Polio
Polio heißt eigentlich genau Poliomyelitis. Die deutsche Bezeichnung lautet „Kinderlähmung”, weil früher vor allem Kinder betroffen waren, bei denen infolge der Erkrankung Lähmungen auftraten. In der neueren Zeit erkranken zunehmend Erwachsene. Die Infektion verläuft dann noch schwerer. Weltweit leiden Millionen Menschen an den Folgen von Kinderlähmung und sind oft schwer behindert. Tückisch ist, dass das Virus auch durch jemanden übertragen werden kann, der sich angesteckt hat, aber keine deutlichen Krankheitszeichen aufweist. Durch die 1961 eingeführte Impfung ist es gelungen, das Poliovirus stark einzudämmen. In Deutschland trat der letzte im Land erworbene Fall im Jahr 1990 auf. Es gibt aber immer noch Länder, in denen das Virus stärker verbreitet ist. Ohne Impfschutz kann man sich bei Reisen in diese Länder mit dem Virus infizieren und es nach Deutschland einschleppen.
Polio im Überblick
Der Erreger: Polio-Viren der Typen I, II und III
Übertragungswege: von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion oder durch Schmierinfektion(z.B. mangelndes Händewaschen)
Inkubationszeit: etwa 3 bis 14 Tage, gelegentlich bis zu 35 Tagen.
Krankheitsbild: Die Krankheit kann unterschiedliche Verlaufsformen annehmen: 1. unbemerkt (90-95 %), 2. mit grippeähnlichen Symptomen, 3. Befall des Nervensystems mit Hirnhautentzündung mit oder ohne Lähmungen der Arme und Beine und der Atmung. Todesfälle meistens durch Atemlähmung.
Ansteckungszeitraum: beginnt 2 bis 3 Tage nach Aufnahme des Virus und dauert von 3 Wochen bis zu 6 Monaten.
Impfung: Schluckimpfung bis 1998. Seit 1998 Spritzimpfung. Grundimmunisierung ab Säuglingsalter. Auffrischungsimpfung im Alter von 9-17 Jahren. Im Erwachsenenalter Impfung im Zusammenhang mit Reisen.


