Seelische Probleme

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist eine Krankheit, die einer Behandlung bedarf (genau wie beispielsweise Diabetes, hoher Blutdruck oder Herzkrankheiten). Eine Depression beeinflusst Deine Gedanken und Gefühle, Dein Verhalten und Dein Leben Tag und Nacht.

Warum wird man depressiv?

Depressionen können verschiedene Ursachen haben:

  • Die Familiengeschichte: Depressionen im Jugendalter treten bei wiederkehrenden negativen Erfahrungen wie Verlust und Trennung, bei familiären Krisen und durch den Mangel an Lebenszielen auf. Ursachen sind u. a. das unberechenbare Verhalten von Eltern, Scheidung oder physische und psychische Misshandlungen.
  • Genetisch bedingte Ursachen: Auch genetische Faktoren können Depressionen erzeugen. Wenn die Depression schon bei einem Elternteil vorhanden ist, besteht zu 10 – 20 % die Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind depressiv wird. Bei beiden Eltern, beträgt das Risiko 60 %.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • die Einnahme bestimmter Medikamente
  • Drogen- oder Alkoholkonsum
  • andere psychische Beschwerden
  • schwere anhaltende Belastungen (zum Beispiel bei Menschen die aus einem Kriegsgebiet kommen)
  • wenn einige oder viele der Faktoren zusammenkommen

Woher weiss ich, das ich depressiv bin?

Menschen, die an einer Depression leiden, weisen eine Reihe von Symptomen auf, und zwar fast täglich, während des ganzen Tages und über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen.

Immer sind mindestens zwei der folgenden Symptome vorhanden:

  • das Gefühl, niedergeschlagen oder trübsinnig zu sein
  • Interessenverlust an Dingen, die zuvor Freude bereiteten
  • Antriebsmangel, Müdigkeit

Außerdem hast Du mindestens zwei der folgenden Symptome:

  • Du fühlst Dich zu langsam oder unruhig und bist unfähig, still zu sitzen
  • Du fühlst Dich wertlos oder schuldig
  • Dein Körpergewicht schwankt
  • Du denkst an den Tod oder sogar an Selbstmord
  • Du hast Probleme, Dich zu konzentrieren, zu denken, zu erinnern oder Entscheidungen zu treffen
  • Du kannst nicht einschlafen oder schläfst zuviel
  • Du fühlst Dich kraftlos und bist ständig müde

Zusammen mit einer Depression treten häufig auch andere Symptome auf:

  • Kopfschmerzen
  • sonstige Schmerzen
  • Verdauungsstörungen
  • Lustlosigkeit auch in sexueller Hinsicht
  • Pessimismus und Hoffnungslosigkeit
  • Angst und Sorge

Mädchen reagieren häufig, indem sie sich zurückziehen, über Bauch- und Kopfschmerzen klagen und sehr introvertiert sind. Manche Mädchen fügen sich Kratz- oder Schnittverletzungen zu, erkranken zusätzlich an Bulimie und/oder Magersucht.

Jungen werden häufiger gewalttätig, schwänzen die Schule, suchen Streit, klauen oder sind hyperaktiv.

Jedoch sind diese Symptome nicht unbedingt auf ein bestimmtes Geschlecht festgelegt.

 

Was sollte ich tun, wenn ich diese Symptome bemerke?

Wichtig ist, dass Du aktiv wirst und Dir Hilfe holst. Übrigens brauchst Du keine Angst zu haben: Man ist nicht verrückt, nur weil man unter einer Depression leidet. Und nicht jeder Patient mit einer Depression wird sofort zum Psychiater geschickt oder gar in eine Klinik eingewiesen. Doch ganz wichtig ist, dass Du Deinen Hausarzt oder Kinder- und Jugendarzt aufsuchst.

Eine Gelegenheit, psychische Probleme anzusprechen, bietet die Vorsorgeuntersuchung J1 zwischen dem 12. und dem 14. Lebensjahr. Diese Untersuchung beim Kinder- bzw. Hausarzt oder Internisten, zu der Du alleine, oder gemeinsam mit einem Freund oder einer Freundin gehen kannst, ist eine Möglichkeit, Dir Hilfe zu holen. Kostenlos, ohne Praxisgebühr.

Hausärzte sind verpflichtet, Dich streng vertraulich zu beraten und Dich gegebenenfalls an einen Facharzt zu überweisen, in der Regel an einen Neurologen oder Psychiater, der sich mit psychischen Erkrankungen auskennt und nach einer eingehenden Diagnose mit Dir über eine geeignete Behandlung sprechen wird. Häufig ist es sinnvoll, die Behandlung einer Depression mit Medikamenten (z.B. Antidepressiva) und einer Psychotherapie zu kombinieren.

Bei der Wahl des Therapeuten kannst Du im Übrigen ein Wörtchen mitreden. Du kannst ein Erstgespräch vereinbaren, um zu schauen, ob die Chemie zwischen Dir und Deinem Therapeuten stimmt.