Fahrrad fahren
Gut zu wissen
Das Fahrrad ist weltweit das meist benutzte Verkehrsmittel. Nicht das Auto, wie man vermuten könnte. Allein bei uns in Deutschland sind über 60 Millionen Fahrräder im Verkehr unterwegs. Und auch als Freizeitaktivität steht das Fahrradfahren ganz vorne. Noch vor dem Fußball, dem eigentlichen Volkssport in Deutschland. Das liegt zum einen daran, dass man zum Fahrradfahren keine besonderen Fähigkeiten benötigt, mal abgesehen vom BMX-, Trial- oder MTB-Sport. Zum anderen ist Fahrradfahren sehr gesund: Es stärkt die Muskulatur, den Kreislauf, schont die Gelenke und man bewegt sich relativ stressfrei im Straßenverkehr. Und zwar bis ins hohe Alter. Außerdem ist ein Fahrrad viel preiswerter in der Anschaffung als ein Auto und man ist zumindest innerhalb von Städten flexibler und teilweise sogar schneller unterwegs. Nicht umsonst kommen deshalb, vor allem in Großstädten, immer öfter Fahrradkuriere zum Einsatz.
Gefahren und Schutz
Radfahren kann aber auch sehr ungesund werden. Nämlich bei schweren Stürzen oder Unfällen. Allein im Jahr 2003 verunglückten über 75.000 Fahrradfahrer auf Deutschlands Straßen. Fast alle wurden dabei mehr oder weniger schwer verletzt. Dabei wird in 70% der Fälle der Kopf in Mitleidenschaft gezogen: Mit teilweise lebensgefährdenden Verletzungen, die schwere, bleibende Schäden zur Folge haben können. Das mindeste, was man tun kann, um sich zu schützen und das Schlimmste zu verhindern, ist das Tragen eines Helms. Profis tun dies nicht ohne Grund. Denn schon ein Sturz mit einer Geschwindigkeit von 30 Km/h entspricht einer Fallhöhe von etwa vier Metern. Oder anders ausgedrückt: einem Sprung vom Dreimeterbrett in ein leergepumptes Schwimmbecken.
Schutzmaßnahmen
Von allen Schutzmaßnahmen ist der Fahrradhelm der wichtigste. Er dämpft den Aufprall bei einem Unfall oder Sturz und verteilt die einwirkenden Kräfte gleichmäßig auf eine größere Fläche. Damit sinkt das Risiko schwerer Kopfverletzungen erheblich. Auch, wenn es keine Helmpflicht gibt: seine Anschaffung ist dringend zu empfehlen. Anbei ein paar Tipps, wie ein guter Fahrradhelm beschaffen sein muss. Ein guter Helm kann individuell der Kopfgröße angepasst werden. Er darf nicht wackeln oder rutschen.
Er ist mit austauschbaren Schaumstoffpolstern ausgestattet.
Der Helm darf das Sichtfeld und die Hörfähigkeit nicht beeinträchtigen. Er hat wirksame Lüftungsöffnungen und Luftkanäle auf der Helminnenseite. Er hat ein einfach zu verstellendes Riemensystem mit breiten Befestigungsriemen. Die Verstellschnallen sollen sich einfach, aber nicht zu leicht einstellen lassen.
Ein paar Worte zu den Regeln
„Regeln sind dazu da, dass man sie bricht”. Klingt toll. Aber nur solange, wie man die Konsequenzen nicht zu spüren bekommt. Im Falle des Radfahrens bestimmt die Straßenverkehrsordnung die Regeln. Und die dienen nicht dazu, die Leute zu gängeln, sondern den Verkehr zu regeln und die teilnehmenden Personen weitestgehend vor Unfällen zu schützen. Wer sich nicht an diese Regeln hält, setzt damit nicht nur seine eigene, sondern vor allem die Gesundheit anderer aufs Spiel. Und das ist in höchstem Maße asozial. Stellt Euch einfach mal vor, ihr fahrt mit dem Fahrrad auf dem Gehweg, kreuzt den Laufweg einer alten Frau, die deshalb stürzt, sich das Bein bricht und ab diesem Zeitpunkt nie wieder richtig wird laufen können. Dafür bist Du allein verantwortlich. Nur weil Du die Regel, nicht auf dem Gehweg fahren zu dürfen, nicht eingehalten hast. Kein schöner Gedanke. Und deshalb wird derjenige, der die Regeln bricht, mehr oder weniger hart bestraft. Je nach Schwere des Regelbruchs.
Radtouren
Und wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt, einen Tagesausflug oder sogar eine mehrtägige Radtour durch Brandenburg zu machen, bietet Euch die Brandenburg Tourismus Marketing (TMB) auf ihrer Webseite ein paar wunderbare Routen an. Sehr empfehlenswert!
Und hier die Adresse: www.reiseland-brandenburg.de
Viel Spaß!
Maßnahmen zur Unfallvermeidung
Am Besten ist es nach wie vor, Unfälle oder Stürze zu vermeiden. Denn ein Helm schützt zwar vor schweren Kopfverletzungen, eine Garantie kann er aber auch nicht geben. Und vor Knochenbrüchen oder schmerzhaften Schürfwunden schützt Euch auch kein Helm. Deswegen möchten wir Euch hier ein paar – unserer Meinung nach – sinnvolle Vorbeugungsmaßnahmen vorstellen, die Euch keinen Cent kosten. Fahrt berechenbar für andere Verkehrsteilnehmer mit eindeutigen Handzeichen bei Richtungsänderungen. Rechnet immer mit der Unachtsamkeit anderer. Wenn Autos oder LKWs Euren Weg kreuzen, lasst ihnen im Zweifel die Vorfahrt. Sie haben einen großen Vorteil gegenüber einem Radfahrer: eine Schutzschicht aus Blech. Fahrt rücksichtsvoll. Vor allem gegenüber Kindern und älteren Menschen. Bei schlechter Sicht oder Dämmerung immer das Licht einschalten. Helle Kleidung tragen. Sie hilft den anderen Verkehrsteilnehmern, Euch schon von weitem zu erkennen.

Weiterführende Informationen zum Thema Radfahren und Verkehrssicherheit findet ihr unter folgenden Adressen:
www.mir.brandenburg.de (Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung Brandenburg)
www.forum-verkehrssicherheit.org
www.adfc.de (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club)
www.dvw-ev.de (Deutsche Verkehrswacht)
www.landesverkehrswacht-brandenburg.de
www.rad-net.de (Bund deutscher Radfahrer)
